PEFC-Projektzertifizierungen

Die Projektzertifizierung nach den „Chain of Custody“ (CoC) Standards von PEFC Austria lohnt sich für vorbildliche und innovative Holzbauprojekte von Unternehmen, Einzelpersonen und Gemeinden. Denn mit dieser Projektzertifizierung wird per Zertifikat bestätigt, dass das verbaute Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Allein im „Holzland“ Steiermark entstanden in den letzten beiden Jahren bereits vier herausragende Neubauten mit PEFC-Zertifikat.

PEFC Projekt Zertifizierungen

„Die PEFC-Projektzertifizierung bietet Bauträgern die einfache Möglichkeit, den nachhaltigen Einsatz des heimischen und nachwachsenden Rohstoffes Holz auf die nächste Stufe zu setzen und damit nachzuweisen, dass das verbaute Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Vom Einfamilienhaus bis zum Industriebau, das Potenzial ist groß und wird dank neuer technologischer Erkenntnisse immer größer“, so Maximilian Mittendorfer (Key Account Manager bei PEFC Austria).

dDie PEFC-Projektzertifizierung hat sich in Österreich sehr schnell bei klima- und umweltfreundlichen Bauprojekten als attraktive Option etabliert, ein Gebäude in Holzbauweise auch offiziell als garantiert nachhaltig zu deklarieren. Egal ob Bürogebäude oder Industriebau: das Bauen mit dem nachwachsenden und heimischen Rohstoff Holz wird immer attraktiver und zeigt klar auf, dass dem Holzbau – auch dank technologischem Fortschritt – keine Grenzen nach oben gesetzt sind.

 Wie sich mit dem Zukunftsbaustoff Holz nachweislich nachhaltig bauen lässt: Es startet mit der Auswahl von Lieferanten, deren Produkte das PEFC-Siegel tragen inkl. einer Dokumentation über den Holzeinsatz in einem Projekthandbuch. Eine unabhängige Zertifizierungsstelle überprüft abschließend, welcher Anteil des Holzes aus PEFC-zertifizierter nachhaltiger Waldwirtschaft stammt.

Zertifizierung bringt Mehrwerte

Die PEFC-Projektzertifizierung eignet sich daher für Bauvorhaben in jeder Größe in allen Bereichen wie u.a. Industrie, Gewerbe und Gemeinden. Mit gut planbarem organisatorischem Aufwand und im Vergleich zu den Gesamtbaukosten sehr geringen Kosten lässt sich das PEFC-Projektzertifikat gemeinsam mit unabhängigen Zertifizierungsstellen gut realisieren. Diese – vom Bauträger gewählte – Zertifizierungsstelle, stellt dem Projekt nach Fertigstellung und erfolgreicher Prüfung das Zertifikat aus. Damit ist der Nachweis erbracht, dass das Projekt aus garantiert nachhaltig bewirtschafteten Wäldern im Sinne des PEFC-Siegels stammt.

Damit werden u.a. auch diverse Ausschreibungsvorgaben für nachhaltiges Bauen erfüllt. Die Kommunikation der Nachhaltigkeit des zertifizierten Bauprojektes erhöht darüber hinaus auch das Ansehen und bei Gebäuden mit Wohnzwecken den Wert der Immobilie und dessen Vermietbarkeit.

So einfach ist die Zertifizierung

Die Projektzertifizierung beginnt mit der Ausschreibung des Bauvorhabens. Dabei sind Holz und Holzwerkstoffe mit dem Nachweis der PEFC-Zertifizierung anzuführen. So kann sichergestellt werden, dass beim späteren Wareneinkauf mindestens 70 Prozent PEFC-zertifizierte Ware verbaut wird. Die restlichen 30 Prozent müssen aus sogenannten „kontrollierten Quellen“ stammen. Der Projektverantwortliche überprüft dabei bei jedem Projektschritt, ob das verwendete Material den PEFC-Kriterien entspricht.

Bauherren haben im Rahmen der Projektzertifizierung auch die Möglichkeit, den Grad der Zertifizierung selbst zu bestimmen. So können bei der Projektzertifizierung auch unterschiedliche Produktkategorien gewählt werden. Dieser sogenannte „Scope“ kann das Gesamtprojekt oder auch Teilbereiche daraus umfassen wie beispielsweise Holzkonstruktion, Fenster, Türen oder Böden.

Neuer PEFC Standard zur Projektzertifizierung

PEFC führt einen neuen Standard zur Projektzertifizierung („Project Sourcing standard“) ein. Dieser stellt Beteiligten aus der Bauwirtschaft ein praxisnahes System zur Verfügung, mit dem Unternehmen die verantwortungsvolle Herkunft von Holz und anderen forstbasierten Materialien transparent, nachvollziehbar und unabhängig nachweisen können. Der Standard basiert wie die bisherige PEFC-Projektzertifizierung auf den Regeln des PEFC-Chain-of-Custody-Standards. Die überarbeitete Version unterstützt Projektentwickler, Architekten, Bauunternehmen und Planer dabei, insbesondere bei komplexen Holzbauprojekten ihr Engagement für nachhaltige Beschaffung sichtbar zu machen.

Den entsprechenden PEFC-Standard (z.Zt. nur in englischer Sprache verfügbar) finden Sie hier

Einen entsprechenden Informationsfolder von PEFC International finden Sie hier

 

Zertifizierte Projekte

Wohnanlage „Sagergut“ in Thalgau, Salzburg

Im Salzburger Thalgau steht der größte Vollholz-Wohnbau aus PEFC-zertifizierter Holzwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Das Bauvorhaben von Siges Massivholzbau in Niedernsill umfasst fünf Häuser auf einem 11.000 m² großen Areal mit insgesamt 80 Wohnungen, davon 70 Eigentums- und zehn Mietwohnungen, verteilt auf bis zu vier Vollgeschosse. Für den Bau wurden 3.000 m³Holz verwendet, wodurch das Sagergut zu den größten mehrgeschossigen Holzwohnbauten Salzburgs zählt.

www.siges.at

© TvG PEFC

Kindergarten Mühltal in Leoben

Der Spatenstich für den eingeschoßigen Holzbau, der vom Architekturbüro Hohengasser Wirnsberger Architekten aus Spittal/Drau geplant wurde, wurde im November 2022 gesetzt. Das eingesetzte Holz stammt aus PEFC-zertifizierter nachhaltiger Waldbewirtschaftung, pro verbautem Kubikmeter wird somit eine Tonne CO2 gebunden und ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Auch bei der Inneneinrichtung wurde in enger Abstimmung mit den Architekten der Fokus auf den nachwachsenden Rohstoff Holz gesetzt. Möbel auf Rädern bzw. Rollen eröffnen flexible Lösungen und Nutzungsmöglich-keiten. Um möglichst benutzerorientiert zu planen, wurden neben dem Referat Bildung bereits in der Wettbewerbsphase Pädagog:innen anderer Leobener Kinderbetreuungseinrichtungen zu Rate gezogen.
www.leoben.at

© Armin Russold

Internatsgebäude “Cube” am Holztechnikum Kuchl

Als weltweit erstes PEFC-zertifiziertes Schülerwohnheim wurde das neue Internatsgebäude “Cube” am Holztechnikum Kuchl ausgezeichnet. Mit einer Bauzeit von nur acht Monaten ist der Cube ein Vorzeigeprojekt für den modernen Holzbau. Sechs Geschoße sind aus Holz, Fundament und Erdgeschoß aus Beton. Der Holzbau wurde in Modulbauweise mit Brettsperrholz errichtet. „Wir sind stolz auf unser Leuchtturmprojekt aus Holz. Das Gebäude ist das weltweit erste PEFC-zertifizierte Schülerwohnheim, das nachweislich aus Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung errichtet wurde“, so der Präsident des Holztechnikums Kuchl, Wolfgang Hutter. Im Rahmen der Eröffnungsfeier wurde das PEFC-Zertifikat von Kurt Ramskogler feierlich überreicht.

www.holztechnikum.at

© TvG PEFC

Das Brettsperrholzwerk von Mayr Melnhof in Leoben

© Hiebler-Liebminger

Das im Juni 2023 nach nur zwei Jahren Bauzeit eröffnete und beeindruckende Brettsperrholzwerk von Mayr-Melnhof Holz in Leoben ist weltweit der erste PEFC-zertifizierte Industriegebäudebau dieser Größenordnung: die Holzbauelemente für den tragenden Holzbau, die Fassadenkonstruktion, den Flachdachaufbau stammen aus lückenlos nachweisbarer, nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Die Dimensionen dieses Holzbaus sind beeindruckend: auf einer Hallenfläche von 33.000 m2 wurden 11.500 m³ PEFC-zertifiziertes Holz verbaut.

www.mm-holz.com

Das Bürogebäude von Hasslacher in Preding

Das in nur acht Monaten Bauzeit errichtete neue PEFC-zertifizierte Bürogebäude umfasst drei Geschoße mit einer Bruttogeschoßfläche von 2.221 m² und bietet rund 40 Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz samt Multifunktionsraum und Kantine. Die moderne Architektur mit verschachtelten Baukörpern und Auskragungen beeindruckt durch sichtbare Holzoberflächen, die ein angenehmes Arbeitsklima schaffen. Dabei kamen unter anderem 232m3 Brettschichtholz sowie 655m3 Brettsperrholz mit einem PEFC Zertifikat zum Einsatz. Das Gebäude erfüllt strenge PEFC-Richtlinien und setzt auf ökologische Bauweise ohne PVC- und halogenhaltige Materialien. Ein begrüntes Flachdach reduziert Bodenversiegelung, während bienenfreundliche Bepflanzungen die Außenanlagen bereichern. Energie aus der Photovoltaikanlage versorgt Ladestationen für E-Bikes und E-Autos. Innovative Technik wie eine kontrollierte Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung und ein Wärmepumpensystem sichern ein energieeffizientes Raumklima. Die Hasslacher Preding Holzindustrie ist das zweitgrößte Holzindustrieunternehmen in der Steiermark und größter Konstruktionsvollholzproduzent in Österreich.

www.hasslacher.com

© Trecolore Architects

Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Hallein

Das Gebäude in Hallein ist das erste Bürogebäude Österreichs, das den Nachweis einer PEFC-Zertifizierung erhalten hat. „Es war eine einstimmige Entscheidung des Vorstands, dass für dieses Gebäude mit seiner Vorbildfunktion der Holzbotschafter verliehen wird“, sagt proHolz Salzburg-Obmann Rudolf Rosenstatter. „Für mich ist Holz eine Lebensfreude. Die Überreichung des Holzbotschafters ist eben auch eine Lebensfreude, denn das Herz eines Forstmannes schlägt für Holz und das wird sich nie ändern. Daher bin ich sehr geehrt, dass wir als Landwirtschaftskammer die Auszeichnung bekommen haben – für dieses Objekt und stellvertretend für die vielen Bauten, die wir in der Zwischenzeit in Holzbauweise umgesetzt haben und noch umsetzen werden“, erklärte Kammeramtsdirektor Dr. Nikolaus Lienbacher.

Bezirksbauernkammer Hallein | Landwirtschaftskammer Salzburg

© M Rohrbacher

Der „Steiermarkhof“ in Graz

Mit dem „Steiermarkhof“ in Graz wurde im September 2024 das europaweit erste PEFC-zertifizierte Hotel feierlich eröffnet. Der Wirtschaftsbetrieb der Landwirtschaftskammer Steiermark mit seinen 66 Zimmern, die nach den 11 steirischen Regionen gestaltet sind, sowie dem Veranstaltungszentrum mit 3.000 m2 Fläche und 20 Räumen für Seminare, Tagungen, Kongresse und Großveranstaltungen zeigt einmal mehr eindrucksvoll, wie attraktiv und zugleich nachhaltig das Bauen mit Holz sein kann.

www.hotel.steiermarkhof.at

Notenband Österreich-Pavillion der Weltausstellung 2025 in Osaka

Der Blickfang des österreichischen Pavillons auf der Weltausstellung 2025 in Osaka, Japan wird ein 16,5 Meter hohes, spiralförmiges Notenband aus Holz sein, das in einer einzigartigen Geometrie und in innovativer sowie CO2-minimierter Bauweise in Niederösterreich gefertigt wurde. Neben dem für den Bau verwendeten heimischen Fichtenholz, wurde auch die Holzspirale für die EXPO als erstes transnationales Gesamtprojekt mit dem PEFC-Zertifikat für nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzbearbeitung ausgezeichnet.

www.expoaustria.at

BILLA-Filiale in Wien

Die im Dezember 2024 nach nur 6 Monaten Umbauzeit neu eröffnete BILLA Filiale im 22. Wiener Gemeindebezirk ist der weltweit erste PEFC-zertifizierte Lebensmitteleinzelhandel. Der Neubau in Holzhybridweise ersetzt einen über 30 Jahre alten Billa-Standort. Der Holzanteil des Gebäudes beträgt 60%. Die Wand- und Deckenkonstruktionen im Verkaufsraum stammen von Rubner Holzbau. Insgesamt wurden rund 200m3 BSP, BSH und KVH verbaut.
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.