Rund 50 Teilnehmer sorgten beim Auftaktworkshop zur 3. Systemrevision von PEFC Austria für einen würdigen Rahmen und spannende Diskussionen. Zahlreich eingebrachte Inputs werden nun in weiterer Folge von der Arbeitsgruppe aufgegriffen und bis zum zweiten Workshop, der noch vor dem Sommer 2015 stattfinden wird, berücksichtigt.

15 Jahre PEFC Austria – mit einer kleinen Zeitreise eröffnete Obmann DI Martin Höbarth den Auftaktworkshop zur Systemrevision, den ein breit gestreutes Publikum im Hotel Ibis Mariahilf in Wien am 4. Dezember verfolgte.
Mehrere Schwerpunkte fasst PEFC Austria dieses Mal bei der Systemrevision ins Auge: Der Klimawandel, die Einbindung der Forstunternehmer sowie die Biodiversität standen unter anderem im Vordergrund. Dr. Barbara Kronberger-Kieswetter , Ministerium für ein lebenswertes Österreich, berichtete über geplante Maßnahmen bezüglich Klimawandel. Der Wald und sein Rohstoff Holz spielen eine wesentliche Rolle: durch die vermehrte Verwendung von Holz wird CO 2 langfristig gespeichert und ersetzt andere CO 2 intensive Materialien. Dr. Herbert Tiefenbacher, Forstmeister der Forstverwaltung Grafenegg, berichtete von den Auswirkungen des Klimawandels auf die Baumbestände der Forstverwaltung. Freilich gäbe es auch eingewanderte Baumarten, die von dieser Entwicklung profitieren könnten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Miteinbindung der Forstunternehmer in den PEFC-Revisionsprozess. Peter Michelitsch vom Österreichischen Forstunternehmerverband berichtete hierzu von den derzeitigen Herausforderungen des Verbandes und die Erwartungen, die mit PEFC verbunden seien.
PEFC Austria-Koordinator DI Clemens Kraus stellte in seinem Vortrag das derzeitige System mit 9 naturräumlichen Regionen vor und präsentierte Verbesserungsmöglichkeiten, ohne die Berücksichtigung der naturräumlichen Regionen aufgeben zu müssen.

Welche Möglichkeiten es gibt, PEFC in der Öffentlichkeit auch spielerisch zu präsentieren, zeigte Dipl. Päd. Katharina Bancalari auf, die von ihrer Tätigkeit als Waldpädagogin berichtete. Zahlreiche gelungene Projekte, wie etwa das Bergwaldprojekt zusammen mit dem Österreichischen Alpenverein oder Präsenz auf der Welser Messe mit interaktivem Bereich für Kinder, zeigen Möglichkeiten auf, bereits bei den Kleinen die Wertschöpfungskette Holz mit positiven Emotionen zu verknüpfen.
Den Schlusspunkt der Veranstaltung setzten Dr. Thomas Geburek sowie DI Richard Büchsenmeister, beide vom Bundesforschungszentrum für Wald. Geburek berichtete vom Biodiversitätsindex Wald, der 12 Indikatoren (unter Anderem Anteil von neophytischen Baumarten, Totholz, natürlicher Verjüngung) in einem Bestimmungsgebiet erhebt und sich auf Daten der Österreichischen Waldinventur (ÖWI) stützt. Büchsenmeister gab in seinem Vortrag Einblick in die Entwicklung der ÖWI und warf auch einen Blick auf Neuerungen, die künftig aufgegriffen werden sollen (zum Beispiel stärkere Einbeziehung der Fernerkundung in die ÖWI).
In den anschließenden Diskussionsrunden konnten die Teilnehmer Ihre Fragen und
Vorschläge zur Systemüberarbeitung einbringen. Obmann DI Martin Höbarth resümierte: „Wir freuen uns sehr über die rege Teilnahme und die spannenden Diskussionen. Als nächster wichtiger Schritt erfolgt die Aufarbeitung der beim Workshop behandelten Themen und Ansätze sowie Umsetzung im Rahmen einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der an der Zertifizierung beteiligten Interessengruppen.“
Auf der Homepage www.pefc.at kann man jederzeit die aktuellen technischen Dokumente einsehen und mittels Kommentarfunktion interaktiv eingreifen. Jeder Interessierte hat hier die Möglichkeit, Anregungen zu geben, welche Themen schwerpunktmäßig im Rahmen des Revisionsprozesses behandelt werden sollen. Alle fünf Jahre steht die Revision nationaler PEFC-Systeme an. Die internationalen Statuten verlangen eine Wiederanerkennung des PEFC Austria Zertifizierungssystems im Oktober 2016. Bei der Systemüberarbeitung sind sowohl neue wissenschaftliche Erkenntnisse als auch geänderte gesellschaftlichen Ansprüche zu berücksichtigen. Die Einbeziehung aller interessierten Gruppen an diesem Prozess ist Voraussetzung.